Digitaler Produktpass für Eisen, Stahl & Aluminium
Eisen, Stahl und Aluminium gehören zu den kohlenstoffintensivsten Materialien in der globalen Produktion. Im Rahmen der ESPR werden diese Materialien einen Digitalen Produktpass benötigen, um Transparenz über CO₂-Fußabdruck, Recyclinganteil und Lieferketten-Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Passpflichten für Metalle werden derzeit etwa ab 2029 diskutiert, vorbehaltlich der endgültigen Sektorregeln.
Der DPP für Metalle ergänzt den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), der bereits seit Oktober 2023 eine CO₂-Berichterstattung für importierten Stahl und Aluminium verlangt.
Regulatorischer Zeitplan
2023
CBAM-Übergangsphase beginnt
Verordnung (EU) 2023/956 verpflichtet Importeure von Eisen, Stahl und Aluminium zur Meldung eingebetteter CO₂-Emissionen — eine Grundlage für künftige DPP-Daten.
2026
CBAM vollständig operativ
Vollständige CBAM-Umsetzung mit Pflicht zum Erwerb von CO₂-Zertifikaten bei Importen. Die Emissionsdatenberichterstattung wird für alle erfassten Güter obligatorisch.
2024
ESPR tritt in Kraft
Verordnung (EU) 2024/1781 schafft den Rahmen für Digitale Produktpässe. Eisen, Stahl und Aluminium sind als vorrangige Produktkategorien aufgeführt.
DPP für Eisen, Stahl und Aluminium erwartet
Delegierte Rechtsakte mit DPP-Anforderungen für Eisen-, Stahl- und Aluminiumprodukte werden voraussichtlich ab ca. 2029 gelten, vorbehaltlich des Annahmezeitplans.
Erwartete DPP-Datenanforderungen
CO₂-Fußabdruck
CO₂-Emissionen pro Tonne Produkt, einschließlich Scope-1-, 2- und 3-Emissionen über den gesamten Produktionslebenszyklus.
Recycelter Anteil
Anteil von Recyclingmaterial (Schrott vs. Primärproduktion), Unterscheidung zwischen Pre- und Post-Consumer-Recyclinganteil.
Materialzusammensetzung
Legierungsgrade, chemische Zusammensetzung, Beschichtungen und Oberflächenbehandlungen. Vollständige Deklaration besorgniserregender Stoffe.
Energiequelle
Anteil erneuerbarer Energien in der Produktion. Angabe des Produktionsverfahrens (z. B. BOF vs. EAF für Stahl, Primär- vs. Sekundäraluminium).
Lieferketten-Rückverfolgbarkeit
Herkunft der Rohstoffe, Mine-to-Market-Tracking und Sorgfaltspflichtinformationen zur verantwortungsvollen Beschaffung.
Haltbarkeit & Recyclingfähigkeit
Mechanische Eigenschaften, erwartete Nutzungsdauer, Korrosionsbeständigkeitsdaten und End-of-Life-Recyclingquote.
Wer ist betroffen?
Die DPP-Anforderung für Eisen, Stahl und Aluminium betrifft alle Akteure, die diese Produkte auf dem EU-Markt in Verkehr bringen:
- Stahlproduzenten — sowohl Sauerstoffblaskonverter (BOF) als auch Elektrolichtbogenofen (EAF) Betriebe
- Aluminiumhütten und Walzwerke — Primär- und Sekundäraluminiumproduktion
- Eisenerzproduzenten und -aufbereiter — vorgelagerte Rohstofflieferanten
- Importeure — Unternehmen, die Eisen-, Stahl- oder Aluminiumprodukte in die EU importieren (bereits von CBAM betroffen)
- Nachgelagerte Hersteller — Automobil-, Bau-, Verpackungs- und Maschinenbauindustrie, die Metall als Eingangsmaterial verwenden
Der DPP baut auf der CBAM-Berichtsinfrastruktur auf. Unternehmen, die bereits die CBAM-CO₂-Berichterstattung einhalten, haben einen erheblichen Vorsprung bei der Erfüllung der DPP-Anforderungen, da ein Großteil der Emissions- und Lieferkettendaten bereits erhoben wird.