Reifen: Früh auf das ESPR-Fenster für den delegierten Rechtsakt vorbereiten
Reifen werden im ersten ESPR-Arbeitsplan als finale Produktgruppe mit einem indikativen Zeitfenster um 2027 genannt. Das bedeutet noch nicht, dass das vollständige Regelwerk bereits feststeht. Es bedeutet aber, dass Hersteller und Importeure strukturierte Daten zu Produkt, Rezyklierbarkeit und Rückverfolgbarkeit jetzt vorbereiten sollten.
Meilensteine des Arbeitsplans
ESPR tritt in Kraft
Die Verordnung (EU) 2024/1781 schafft den Rahmen für künftige Ökodesign-Anforderungen und Digitale Produktpässe in priorisierten Produktgruppen, einschließlich Reifen.
Reifen im ersten Arbeitsplan enthalten
Die Kommission führt Reifen als priorisierte finale Produktgruppe im ESPR-Arbeitsplan 2025–2030.
Vorbereitung und Konsultationen
Im Fokus dürften Rezyklierbarkeit, Recyclinganteile, Risiken am Lebensende und die Gestaltung des Produktdatensatzes stehen.
Sechs DPP-EN-Normen im Amtsblatt zitiert
Der Durchführungsbeschluss (EU) 2026/1736 der Kommission veröffentlichte im Amtsblatt die Fundstellen von sechs DPP-Normen des CEN/CENELEC JTC 24. Sie begründen nur für den jeweils abgedeckten Umfang eine Konformitätsvermutung zu den Artikeln 10 und 11 der ESPR. FprEN 18239, FprEN 18246 und WI JT024009 bleiben zu verfolgen.
Verknüpfung von EPREL und DPP-Register vorgeschlagen
Die Kommission schlägt mit COM(2026) 565 vor, EPREL nach dem Once-only-Prinzip mit dem künftigen DPP-Register zu verknüpfen. Es ist ein Vorschlag, kein Reifen-DPP, und unabhängig vom delegierten ESPR-Rechtsakt für Reifen.
Zeitfenster für die Annahme
Arbeitsplan und DG-GROW-Zeitleiste verweisen auf 2027 als Annahmefenster für Reifenmaßnahmen, vorbehaltlich des delegierten Rechtsakts.
DPP-Anwendung auf der DG-GROW-Zeitleiste
Die DG-GROW-Zeitleiste nennt Reifen unter den Produktgruppen, für die DPP 2029 verpflichtend wird. Umfang, Datenfelder und Übergangsfristen hängen weiter vom angenommenen Rechtsakt ab.
Bereits jetzt sinnvolle Vorbereitungsbereiche
Modell- und Variantendaten
Handelsmodell, Dimensionsspezifikationen und Mapping von Produktfamilien.
Materialien und Zirkularität
Nachweise zu Zusammensetzung, Recyclinganteilen, Rezyklierbarkeit und runderneuerungsbezogenen Daten.
Leistung und Haltbarkeit
Dokumentation zu Leistungsparametern, Nutzungsdauer und produktbezogenen Eigenschaften.
Lieferkette und Lebensende
Lieferantenerklärungen, Verwertungswege und Unterlagen zum Umgang mit Altreifen.
Wer sollte zuerst starten?
Die höchste Vorbereitungspriorität haben:
- Reifenhersteller mit Vertrieb im EU-Markt
- Importeure und Private-Label-Anbieter mit externen Produktionspartnern
- Unternehmen mit bestehender Reifenkennzeichnung, Umwelt- oder Produktdokumentation
- Teams, die steigenden Druck bei Rezyklierbarkeit und Recyclinganteilen erwarten