DG-GROW-DPP-Webinar-Präsentation, 27. Mai 2026
Das Webinar legt den Zeitplan des Batteriepasses (18. Februar 2027), die DPP-Register-Meilensteine (Juni–Juli 2026) und den Durchführungsrechtsakt zu Zugriffsrechten (Q4 2026) dar.
Batterien sind die erste Produktgruppe, für die Passpflichten bereits im sektorspezifischen EU-Recht festgelegt sind. Damit unterscheidet sich der Sektor grundlegend von Bereichen, die noch auf spätere ESPR-Rechtsakte warten. Für die erfassten Kategorien ist die Herausforderung heute operativ: Hersteller, Importeure und Händler müssen Konformität, Entwicklung, Nachhaltigkeit und Produktdatensysteme vor Februar 2027 zusammenführen, statt nur künftige Regulierungssignale zu beobachten.
Der Batteriepass ist kein fernes ESPR-Szenario mehr. Für erfasste Kategorien steht der zentrale Konformitätstermin bereits fest: 18. Februar 2027.
Die Verordnung (EU) 2023/1542 schafft den Batteriepass-Rahmen und die breitere Konformitätsarchitektur für in der EU in Verkehr gebrachte Batterien.
Das CO2-Regime bewegt sich vom allgemeinen Rechtsrahmen hin zu kategoriespezifischer Methodik und Umsetzungsarbeit für EV-, Industrie- und LMT-Batterien. Spätestens hier brauchen Unternehmen sauberere Werks-, Modell- und Lieferkettendaten.
Hersteller müssen Erklärungen, technische Unterlagen und Quelldokumente mit den tatsächlich in Verkehr gebrachten Batteriekategorien sauber verknüpfen. Die sekundärrechtlichen Vorgaben sind nicht für alle erfassten Batterietypen identisch, daher wäre ein einheitliches Konformitätspaket zu grob.
Dies ist das praktische Vorbereitungsfenster, um Batteriekennungen, technische Dokumentation, Lebenszyklusmetriken und Lieferantennachweise in eine passfähige Struktur zu überführen. Das regulatorische Ziel steht fest, die internen Prozesse oft noch nicht.
Die Europäische Kommission hat den Industrial Accelerator Act vorgeschlagen, der Made-in-EU- und Niedrigemissions-Beschaffungspräferenzen für Batterien, Stahl, Zement und Aluminium vorsieht. Kein DPP-Rechtsakt, aber er stärkt die Erwartungen an Rückverfolgbarkeit und Herkunftszertifizierung in Batterie-Wertschöpfungsketten.
Der Durchführungsbeschluss (EU) 2026/1736 der Kommission veröffentlichte im Amtsblatt die Fundstellen von sechs DPP-Normen des CEN/CENELEC JTC 24. Sie begründen nur für den jeweils abgedeckten Umfang eine Konformitätsvermutung zu den Artikeln 10 und 11 der ESPR; die batteriespezifischen Kennzeichnungsregeln in Artikel 77 der Verordnung (EU) 2023/1542 werden dadurch nicht geändert. FprEN 18239, FprEN 18246 und WI JT024009 bleiben zu verfolgen.
Die Zeitleiste des DG GROW Webinars verortet den Durchführungsrechtsakt für das zentrale Register im Juni 2026 und die erste, ab Juli 2026 betriebsbereite DPP-Registerversion, beginnend mit Batterien. Die öffentliche Einführung, APIs und umfassendere Dokumentation folgen schrittweise. Quelle: Präsentation des DG GROW Webinars, 27. Mai 2026.
Die Webinar-Zeitleiste verortet den Durchführungsrechtsakt zum Zugang von Personen mit berechtigtem Interesse zu eingeschränkten Batteriepass-Daten (Artikel 77 Absatz 9, Anhang XIII Nummern 2 und 4) um Q4 2026, nachdem das Arbeitsdokument der Batterie-Expertengruppe am 29. April 2026 übermittelt wurde. Arbeitsprinzipien: begrenzte Weitergabe, keine Veröffentlichung. Quelle: DG-GROW-Webinar-Präsentation, 27. Mai 2026.
Die Passpflichten gelten für EV-Batterien, Industriebatterien über 2 kWh und alle LMT-Batterien (unabhängig von der Kapazität).
Die Verordnung (EU) 2025/1561 hat die Sorgfaltspflichten nach Artikel 48 für die Lieferketten von Kobalt, Lithium, natürlichem Graphit und Nickel vom 18. August 2025 auf den 18. August 2027 verschoben. Die Leitlinien der Kommission werden bis zum 26. Juli 2026 erwartet, abgestimmt auf die CSDDD.
Nach dem Start wird es zur Kernaufgabe, korrekte Passdatensätze bei Konstruktionsänderungen, Chargenwechseln, importierten Zellen oder Modulen und nachgelagerten Serviceereignissen aktuell zu halten. Für viele Unternehmen ist das anspruchsvoller als die Erstveröffentlichung.
Verbindliche Mindestanteile für Kobalt, Blei, Lithium und Nickel erhöhen den Bedarf an rückverfolgbaren und auditierbaren Batteriedaten weiter.
Das Webinar legt den Zeitplan des Batteriepasses (18. Februar 2027), die DPP-Register-Meilensteine (Juni–Juli 2026) und den Durchführungsrechtsakt zu Zugriffsrechten (Q4 2026) dar.
66 Attribute · 8 Cluster
Batteriepass-Daten sind nicht für alle Parteien gleich sichtbar. Gemäß Art. 77 der Verordnung (EU) 2023/1542 kann dasselbe Datenattribut je nach anfragender Partei unterschiedliche Inhalte zurückgeben. Die allgemeine Öffentlichkeit sieht zusammenfassende Informationen, während Marktüberwachungsbehörden vollen Zugang zu Berichten einschließlich wirtschaftlich sensibler Details haben.
| Attribute | Öffentlich | Behörden |
|---|---|---|
| Sorgfaltspflichtbericht | Zusammenfassung und Policy-URL | Vollständiger Auditbericht mit Lieferantennamen, Preisen und Beschaffungsdetails |
| Prüfberichte | Verweis auf Konformitätserklärung | Vollständige Testergebnisse mit Labordaten |
| Negativereignis-Protokoll | Nicht sichtbar | Vollständiges Vorfallprotokoll für Behörden und berechtigte Akteure |
* „Berechtigte" (Art. 77) umfasst Personen mit berechtigtem Interesse, darunter unabhängige Reparaturbetriebe, Remanufacturing-Unternehmen, Second-Life-Betreiber und Recycler. Rechtlich sind Durchführungsrechtsakte zu Zugangsrechten bis 18. August 2026 fällig; die DG-GROW-Zeitleiste platziert die Annahme in Q4 2026, daher beide Daten verfolgen.
** BMS = Battery Management System (Batteriemanagementsystem). Dynamische Attribute werden über den Lebenszyklus der Batterie via On-Board-Telemetrie (OTA) oder bei Serviceereignissen aktualisiert.
*** Jeder Rezyklatanteil gibt den Anteil von Sekundärrohstoffen innerhalb des jeweiligen Materials an (z. B. „16 % Kobalt" bedeutet, dass 16 % des verwendeten Kobalts aus Post-Consumer-Recycling stammen). Es handelt sich um unabhängige Quoten pro Stoff, nicht um Massenanteile an der Gesamtbatterie — sie summieren sich daher nicht auf 100 %.
**** Quellangaben (z. B. ERP, BMS, LCA) zeigen, welches Unternehmenssystem typischerweise den jeweiligen Datencluster vorhält. Sie dienen als Architekturhinweis für die IT-Integration, nicht als regulatorische Anforderung.
Nach Verordnung (EU) 2023/1542 ist der Batteriepass insbesondere relevant für:
Hinweis: Herkömmliche Kfz-Starterbatterien (SLI-Batterien) unterliegen nicht der Digitalpass-Pflicht nach Art. 77. Sie müssen jedoch einen QR-Code mit grundlegenden Angaben (Konformitätserklärung, Sammelhinweise, Kapazität) gemäß Art. 13(5) der Verordnung tragen.