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Eisen, Stahl & Aluminium

Eisen, Stahl und Aluminium: DPP-Bereitschaft

Eisen, Stahl und Aluminium liegen nahe an mehreren EU-Politiksträngen zugleich: ESPR, industrieller Dekarbonisierung, Rezyklatdruck und für viele Unternehmen auch CBAM-naher Berichtssystematik. Dadurch werden strukturierte Material- und Produktionsdaten strategisch wichtig, noch bevor ein vollständiges sektorbezogenes DPP-Regelwerk formell angenommen ist.

Regulatorischer Hinweis: Diese Seite zeigt die wahrscheinliche DPP-Richtung für Eisen, Stahl und Aluminium in der ESPR-Priorisierungslogik. Sie behandelt einen vollständigen sektorbezogenen DPP nicht als heute bereits rechtlich final.

Im Metallsektor kommt der kommerzielle Druck oft vor der Rechtsfrist: Kunden fragen schon heute nach Emissionen, Rezyklatanteilen und Herkunftsnachweisen.

Regulatorischer Zeitplan

18. Jul 2024

ESPR tritt in Kraft

Die Verordnung (EU) 2024/1781 schafft den Rahmen für künftige Ökodesign-Pflichten und Digitale Produktpässe in priorisierten Produktgruppen.

16. Apr 2025

Erster ESPR-Arbeitsplan angenommen

Eisen und Stahl sind im ersten Arbeitspaket enthalten. Aluminium wird oft entlang verwandter Industrie-Materiallogik und Kundennachfrage mitbetrachtet.

Mai 2025

JRC veröffentlicht Entwurf der Vorstudie

Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) veröffentlicht ihren „Draft Preparatory study on iron and steel" — die erste konkrete wissenschaftliche Analyse für diese Produktgruppe unter ESPR. Die Studie umfasst Emissionsmetriken, Zusammensetzungsanforderungen und Rezyklatnachweis-Bedarfe und fließt direkt in den künftigen delegierten Rechtsakt ein.

2025-2026

Stakeholder-Konsultation und Folgenabschätzung

Konsultationsrunden und Folgenabschätzung setzen sich fort, aufbauend auf dem JRC-Studienentwurf. Der ESPR-Arbeitsplan (COM/2025/187) zielt auf die Annahme des delegierten Rechtsakts in 2026, was Eisen und Stahl zu einer der frühesten ESPR-Prioritäten macht.

4. Mär 2026

Industrial Accelerator Act vorgeschlagen

Die Europäische Kommission hat den Industrial Accelerator Act vorgeschlagen, der Made-in-EU- und Niedrigemissions-Beschaffungspräferenzen für Stahl, Zement, Aluminium und Batterien vorsieht. Kein DPP-Rechtsakt, aber er verstärkt die Erwartungen an Rückverfolgbarkeit und Herkunftszertifizierung in der Metall-Wertschöpfungskette.

Mär 2026

Horizontale DPP-Standards — Entwürfe in Arbeit (CEN/CENELEC)

CEN und CENELEC entwickeln acht harmonisierte technische Standards für das DPP-Datenmodell, den Datenträger, das Register und das Zugriffsrechte-Rahmenwerk. Diese horizontalen Standards definieren die IT-Infrastruktur, die alle künftigen sektorbezogenen DPPs — einschließlich Eisen und Stahl — nutzen müssen.

19. Mär 2026

Ecodesign Forum bestätigt Fortschritte

Auf der Sitzung des Ökodesign-Forums bestätigte die Expertengruppe Fortschritte beim delegierten Rechtsakt für Eisen und Stahl und bekräftigte die Erwartung, dass die technischen Anforderungen in der zweiten Jahreshälfte 2026 verabschiedet werden.

Q3 2026

Annahme des Circular Economy Act erwartet

Die Europäische Kommission plant die Annahme des Circular Economy Act im Herbst 2026. Das Gesetz soll einen einheitlichen Markt für Sekundärrohstoffe — einschließlich Stahlschrott und Aluminium — schaffen und das Angebot hochwertiger Recyclingmaterialien steigern, was direkt beeinflusst, was Unternehmen in der Rezyklatsektion ihres DPP dokumentieren müssen.

H2 2026

Annahme des delegierten Rechtsakts geplant

Nach den Aktualisierungen des Ökodesign-Forums strebt die Europäische Kommission die Annahme des delegierten Rechtsakts für Eisen und Stahl in der zweiten Jahreshälfte 2026 an. Nach Annahme definiert der Akt die erfassten Produkte, DPP-Datenfelder und Leistungsschwellen.

~2028-2029

Verbindliche DPP-Anwendung erwartet *

Basierend auf bisherigen Übergangsfristen — Batterien (~3,5 Jahre von Annahme bis Anwendung), Waschmittel (~3 Jahre) — wird die verbindliche DPP-Anwendung für Eisen und Stahl auf etwa 2028–2029 geschätzt.

Prioritäre Datenfelder

Werkstoffgüte und Zusammensetzung

Legierungs- oder Stahlgüte, Zusammensetzungsbereiche, Zusätze und Mapping von Produktfamilien zur eindeutigen Identifikation.

Emissionen und Produktionsweg

Primärer oder sekundärer Produktionsweg, Energieprofil und Emissionsdaten, die Kunden und Einkaufsteams zunehmend anfordern.

Nachweise zum Rezyklatanteil

Dokumentierte Pre-Consumer- und Post-Consumer-Rezyklatanteile samt Methodik und Lieferantenrückverfolgbarkeit.

Herkunft und Chargenrückverfolgbarkeit

Rückverfolgbarkeit von Schmelze, Coil, Slab, Charge oder Los verbunden mit Zertifikaten, Werk und Upstream-Nachweisen.

Technische Unterlagen und Konformitätsdokumente

Werkszeugnisse, Konformitätserklärungen, Prüfergebnisse und produktspezifische Leistungsdokumentation.

Kennung und Verknüpfung zum digitalen Datensatz

Saubere Zuordnung von verkauften Materialeinheiten, Produktcodes und Kundenreferenzen zu einem künftigen digitalen Passdatensatz.

Wer sollte sich zuerst vorbereiten?

Eine strukturierte DPP-Vorbereitung ist bereits relevant für:

  • Hersteller und Verarbeiter von Eisen-, Stahl- und Aluminiumprodukten in EU-Industrie- und Bauwertschöpfungsketten
  • Servicecenter, Importeure und Händler, die bei gemischten Beschaffungsmodellen klarere Rückverfolgbarkeit brauchen
  • Vertriebsteams, die Kundenanfragen zu Emissionen, Rezyklatanteilen und Herkunft beantworten
  • Konformitäts- und Nachhaltigkeitsteams, die Produktdatensätze mit breiterem Dekarbonisierungsreporting verbinden
  • Organisationen, die Zertifikate, Chargendaten, ERP-Referenzen und kundenseitige Offenlegungen in einer Struktur bündeln wollen
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