Digitaler Produktpass für Textilien & Bekleidung
Die EU bereitet delegierte Rechtsakte im Rahmen der ESPR vor, mit denen voraussichtlich DPP-Anforderungen für Textilien und Bekleidung eingeführt werden. Hersteller, Importeure und Marken sollten sich darauf vorbereiten, detaillierte Nachhaltigkeits- und Zusammensetzungsdaten bereitzustellen, sobald die Sektorregeln finalisiert sind.
Zeitplan & wichtige Termine
ESPR tritt in Kraft
Die Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte wurde formell verabschiedet und bildet den rechtlichen Rahmen für den DPP über alle Produktkategorien.
EU-Strategie für nachhaltige Textilien
Die Europäische Kommission entwickelt spezifische DPP-Anforderungen für Textilien, einschließlich Datenfelder, Formate und Interoperabilitätsstandards.
Delegierte Rechtsakte für Textilien erwartet
Textilspezifische delegierte Rechtsakte unter der ESPR werden bis Mitte 2028 erwartet und definieren die genauen Datenanforderungen für den Textil-DPP.
Erwartete DPP-Datenanforderungen
Materialzusammensetzung
Vollständige Faseraufschlüsselung (Baumwolle, Polyester, Elastan usw.) mit Prozentangaben und Herkunftsdetails.
CO₂-Fußabdruck
Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus — von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis zum Transport.
Haltbarkeitsinformationen
Waschbeständigkeit, Farbechtheit, Pillingwerte und erwartete Produktlebensdauer.
Pflege- und Reparaturhinweise
Standardisierte Pflegeetiketten plus Reparaturanleitungen zur Verlängerung der Produktlebensdauer.
Recycling & Entsorgung
Recyclingfähigkeit in Prozent, Demontageanweisungen und Informationen zu Rücknahmesystemen.
Lieferketten-Rückverfolgbarkeit
Herkunft der Rohstoffe, Produktionsstandort und Einhaltung der Sorgfaltspflichtanforderungen.
Wer ist betroffen?
Der Textil-DPP dürfte Wirtschaftsakteure betreffen, die Textilprodukte auf dem EU-Markt in Verkehr bringen, insbesondere:
- Hersteller — verantwortlich für die Erstellung und Befüllung des DPP mit korrekten Daten
- Importeure — werden voraussichtlich Prozesse zur Prüfung von Passdaten für Nicht-EU-Lieferungen benötigen
- Marken & Einzelhändler — sollten sich darauf vorbereiten, Passverfügbarkeit und Datenqualität vor dem Verkauf zu prüfen
- Online-Marktplätze — könnten nach Annahme der endgültigen Regeln Prüfpflichten für Produktinformationen erhalten
Dies umfasst Bekleidung, Schuhe, Heimtextilien, technische Textilien und Accessoires. Sowohl Fast Fashion als auch Luxusgüter fallen voraussichtlich in den Geltungsbereich.