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Industrial Accelerator Act: Batterien, Stahl und DPP

Die EU hat am 4. März 2026 den Industrial Accelerator Act vorgeschlagen. Was er für Batterien, Stahl und Aluminium bedeutet — und der Bezug zum DPP.

· 6 Min. Lesezeit · InfoDPP

Was ist der Industrial Accelerator Act?

Am 4. März 2026 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Vorschlag für den European Industrial Accelerator Act. Das Paket führt Beschaffungspräferenzen für Made-in-EU- und Niedrigemissionsprodukte in ausgewählten strategischen Sektoren ein und setzt zugleich Bedingungen für bestimmte große Auslandsinvestitionen. Für InfoDPP-Leser sind in diesem Paket vor allem folgende Bereiche relevant:

  • Stahl
  • Zement
  • Aluminium
  • Batterien (über den Teil zu Investitionsbedingungen des Pakets)

Ziel ist die Stärkung der europäischen industriellen Wettbewerbsfähigkeit, indem Made-in-EU- und Niedrigemissionsprodukte in der öffentlichen Beschaffung bevorzugt werden.

Für DPP-Zwecke sollte das als indirektes Daten-Readiness-Signal gelesen werden, nicht als neue Passpflicht.

Was dieser Akt nicht ist

Der Industrial Accelerator Act ist keine Verordnung zum Digitalen Produktpass. Er schafft keine neuen DPP-Pflichten, Datenfelder, Identifikatoranforderungen oder Passtermine.

Er ist ein eigenständiger Gesetzesvorschlag, der neben der ESPR und der Batterieverordnung existiert, nicht innerhalb dieser.

Seine Relevanz für DPP ist indirekt: Er kann einige derselben Herkunfts-, Emissions- und Rückverfolgbarkeitsfähigkeiten belohnen, die auch künftige DPP-Workflows nutzen könnten.

Warum er für die DPP-Bereitschaft relevant ist

Obwohl der Industrial Accelerator Act kein DPP-Rechtsakt ist, erzeugt er praktische Konsequenzen, die sich mit der DPP-Vorbereitung überschneiden:

1. Herkunftszertifizierung gewinnt an Wert

Beschaffungspräferenzen für Made-in-EU-Produkte bedeuten, dass Unternehmen nachweisen müssen, wo ihre Produkte hergestellt wurden. Das erfordert strukturierte Herkunftsdaten — dieselbe Art von Daten, die auch ein künftiger DPP benötigen würde.

2. Niedrigemissionsnachweise brauchen eine Datenbasis

Beschaffungspräferenzen für Niedrigemissionsprodukte erfordern verifizierbare Emissionsdaten. Für Batterien knüpft das direkt an die CO2-Anforderungen der Verordnung (EU) 2023/1542 an. Für Stahl und Aluminium deckt es sich mit den Daten, die das CBAM-Reporting bereits verlangt.

3. Rückverfolgbarkeitserwartungen wachsen entlang der Metall-Wertschöpfungskette

Der Vorschlag setzt ein weiteres politisches Signal rund um Herkunft, Emissionen und Rückverfolgbarkeit für Industriematerialien. Unternehmen, die bereits in strukturierte Produktdaten, Lieferantennachweise und Chargenverfolgung investieren, werden besser aufgestellt sein — ob der nächste Schritt ein DPP-Delegierter-Rechtsakt, ein Beschaffungsrahmen oder beides ist.

Was das für die einzelnen Sektoren bedeutet

Batterien

Batteriehersteller stehen bereits vor dem konkretesten DPP-Zeitplan. Der Batteriepass nach Verordnung (EU) 2023/1542 gilt ab 18. Februar 2027 für erfasste Kategorien. Der Industrial Accelerator Act liefert einen zusätzlichen Grund, saubere Herkunfts- und Emissionsdaten bereitzuhalten — nicht nur für den Pass, sondern auch für öffentliche Beschaffungskanäle.

Mehr zum Batteriepass-Zeitplan: Batterie-DPP-Frist: Was bis Februar 2027 zu tun ist

Stahl und Aluminium

Stahl- und Aluminium-Importeure managen bereits eine doppelte Compliance-Spur: CBAM verlangt Emissionsberichte, während ESPR diese Materialien als Prioritätsgruppe für künftige DPP-Pflichten positioniert. Der Industrial Accelerator Act setzt ein weiteres politisches Signal für rückverfolgbare, emissionsarme und in der EU produzierte Materialien.

Mehr zu CBAM und DPP für Metalle: CBAM und DPP für Stahl und Aluminium

Zement

Zement gehört zum Anwendungsbereich des Industrial Accelerator Act, zählt aber derzeit nicht zu den ESPR-Prioritätssektoren für DPP. Der Vorschlag ist dennoch relevant für Zementhersteller, die bereits in Emissionstracking und Herkunftsdokumentation investieren.

Was sich nicht geändert hat

Es ist wichtig, klar zu benennen, was der Industrial Accelerator Act nicht bewirkt:

  • Er schafft keine neue DPP-Pflicht für irgendeinen Sektor
  • Er ändert nicht die Batteriepass-Frist vom 18. Februar 2027
  • Er verabschiedet oder finalisiert keinen ESPR-Delegierten-Rechtsakt
  • Er ist ein Vorschlag, noch kein geltendes Recht — er muss noch das Gesetzgebungsverfahren durchlaufen

Was als Nächstes zu beobachten ist

  • Ob der Vorschlag im Europäischen Parlament und im Rat vorankommt
  • Wie die Beschaffungsregeln mit sektorspezifischen DPP-Pflichten zusammenwirken, sobald Delegierte Rechtsakte verabschiedet sind
  • Ob die Herkunfts- und Rückverfolgbarkeitserwartungen im Vorschlag den Umfang künftiger ESPR-Datenanforderungen beeinflussen

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