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DPP erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Hersteller

Anleitung zur Erstellung eines Digitalen Produktpasses. Von der GTIN-Registrierung bis zu QR-Code-Etiketten. ESPR-Konformität für Hersteller.

· 18 Min. Lesezeit · InfoDPP

Von Null zur Konformität: Ihr DPP-Implementierungsfahrplan

Sie wissen, was ein Digitaler Produktpass (DPP) ist. Sie kennen die Strafen bei Nichteinhaltung. Jetzt kommt der praktische Teil: Wie erstellt man eigentlich einen DPP?

Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung führt Sie durch den gesamten DPP-Implementierungsprozess — von der Registrierung Ihrer ersten Produktkennung bis zum Drucken von QR-Codes auf Etiketten. Ob Hersteller, Importeur oder Markeninhaber, der Produkte auf dem EU-Markt vertreibt — diese Schritte gelten für Sie.

Bevor Sie beginnen: Was Sie brauchen

Bevor Sie Ihren ersten DPP erstellen, stellen Sie sicher, dass Sie Folgendes haben:

  • Ihren Produktkatalog — eine Liste aller Artikel (SKUs), die Sie auf dem EU-Markt verkaufen
  • Produktdaten — Materialzusammensetzung, Herkunft, Nachhaltigkeitszertifikate, Pflegehinweise
  • Unternehmensdaten — Firmenname, EU-Adresse, USt-IdNr.
  • Budget für GS1-Mitgliedschaft — variiert nach Land, typischerweise 50–300 €/Jahr für KMU
  • Zugang zu Verpackungs-/Etikettendesigndateien — Sie müssen QR-Codes hinzufügen

Keine Sorge, wenn Ihre Produktdaten noch nicht perfekt sind — die Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie sie Schritt für Schritt sammeln und organisieren.

Schritt 1: Bei GS1 registrieren und GTINs erhalten

Die Global Trade Item Number (GTIN) ist der Produktidentifikator, der in ESPR Anhang III (über ISO/IEC 15459-6) ausdrücklich genannt wird. Es ist das gleiche Nummerierungssystem hinter jedem Strichcode im Einzelhandel — und im Kontext des DPP dient sie als eindeutiger Anker, der Ihr physisches Produkt mit seinem digitalen Pass verknüpft.

⚠️ Regulatorischer Hinweis: Die ESPR verweist auf die GTIN über die ISO/IEC 15459-Normenreihe mit einer „oder gleichwertig”-Klausel. Während die endgültigen technischen Spezifikationen für DPP-Identifikatoren und Datenträger noch entwickelt werden (durch harmonisierte Normen und Durchführungsrechtsakte der Kommission), ist die GTIN der weltweit am weitesten verbreitete Identifikator und wird in Anhang III namentlich erwähnt. Eine Registrierung bei GS1 ist daher ein praktischer, risikoarmer Schritt zur DPP-Bereitschaft.

Was ist eine GTIN?

Eine GTIN ist ein weltweit einmaliger numerischer Code, der Ihr Produkt identifiziert. Es gibt verschiedene Formate:

FormatStellenEinsatzbereich
GTIN-13 (EAN)13Am häufigsten in Europa — Konsumgüter
GTIN-1414Umkartons, Versandeinheiten
GTIN-12 (UPC)12Häufig in Nordamerika
GTIN-88Kleine Produkte mit begrenztem Etikettenplatz

Für DPP-Zwecke ist GTIN-13 die Standardwahl für die meisten EU-Hersteller.

So erhalten Sie GTINs

  1. Finden Sie Ihr nationales GS1-Büro — besuchen Sie gs1.org/contact und wählen Sie Ihr Land (für Deutschland: GS1 Germany)
  2. Beantragen Sie ein GS1-Unternehmenspräfix — das ist Ihr einmaliger Firmencode (typischerweise 7–10 Stellen)
  3. Vergeben Sie GTINs für Ihre Produkte — Sie kombinieren Ihr Präfix mit produktspezifischen Nummern
  4. Verifizieren Sie Ihre GTINs — nutzen Sie Verified by GS1 zur Überprüfung

Wie viele GTINs brauchen Sie?

Die ESPR und ihre delegierten Rechtsakte definieren drei mögliche DPP-Granularitätsstufen:

StufeGTIN-UmfangWann zu verwendenBeispiel
Modell1 GTIN pro ProduktmodellStandard für die meisten Kategorien„Blaues Baumwoll-T-Shirt, Größe M”
Charge1 GTIN + Chargen-/LosnummerWenn durch delegierten Rechtsakt gefordert„Produktionscharge März 2026”
Einzelstück1 GTIN + SeriennummerFür Batterien vorgeschrieben (Art. 77 Batterie-VO)„Batterieeinheit SN-2026-04817”

Wichtiger ESPR-Bezug: Artikel 9(1) legt fest, dass der DPP mit einer „einmaligen Produktkennung” verknüpft sein muss — ESPR Anhang III verweist auf GTIN (über ISO/IEC 15459-6) als einen der konformen Identifikatoren. Für die meisten Produktkategorien erfolgt dies auf Modellebene. Die Batterieverordnung (EU) 2023/1542, Artikel 77, schreibt ausdrücklich DPP auf Einzelstückebene für jede einzelne Batterie vor.

💡 Tipp: Wenn Sie bereits über Einzelhändler oder auf Amazon verkaufen, haben Sie wahrscheinlich schon GTINs (EAN-Codes). Überprüfen Sie Ihre bestehenden Strichcodes — Sie sind möglicherweise DPP-bereiter als Sie denken.

Schritt 2: Produktdaten sammeln

Der DPP ist nur so gut wie die Daten dahinter. Der ESPR-Rahmen (Artikel 9–12) und produktspezifische delegierte Rechtsakte definieren, welche Informationen enthalten sein müssen.

Universelle DPP-Datenfelder (alle Produktkategorien)

Basierend auf ESPR Anhang III und der Rahmenverordnung muss jeder DPP enthalten:

KategorieErforderliche DatenWo zu finden
ProduktidentifikationProduktname, Modell, GTIN, Herstellername und -adresseIhr Produktkatalog
RechtskonformitätEU-Konformitätserklärung, CE-KennzeichnungIhre Compliance-Abteilung
HerstellerinfoFirmenname, Sitz, KontaktdatenHandelsregister
HerstellungsortLand und ggf. ProduktionsstandortProduktionsunterlagen
ProduktzusammensetzungMaterialien und Stoffe (prozentual)Stückliste (BOM)
NachhaltigkeitCO₂-Fußabdruck, Recyclinganteil %, UmweltzertifikateLCA-Daten, Lieferantenzertifikate
KreislaufwirtschaftRecyclingfähigkeitsbewertung, Demontageanleitungen, End-of-Life-HinweiseProduktentwicklung
HaltbarkeitErwartete Lebensdauer, GarantieinformationenProduktspezifikationen

Kategoriespezifische Zusatzfelder

Jeder delegierte Rechtsakt fügt kategoriespezifische Anforderungen hinzu. Hier die wichtigsten:

🔋 Batterien (Pflicht ab Feb 2027):

  • Zustandsdaten (SoH) — Kapazität, Innenwiderstand, verbleibende Zyklen
  • CO₂-Fußabdruckerklärung pro kWh
  • Recycelter Kobalt-, Lithium-, Nickel- und Bleigehalt (%)
  • Sorgfaltspflichtbericht zu Rohstoffen (Lieferkette)
  • Sammel- und Recyclinginformationen mit verantwortlichem Betreiber

🧵 Textilien (delegierte Rechtsakte voraussichtlich ~2028):

  • Faserzusammensetzung mit genauen Prozentangaben
  • Land jedes Herstellungsschritts (Spinnen, Weben, Färben, Konfektionierung)
  • Vorhandensein von mikroplastikfreisetzenden Fasern
  • Pflege- und Reparaturhinweise
  • Haltbarkeitstestergebnisse (Pilling, Farbechtheit, Maßänderung)

🪑 Möbel (DPP voraussichtlich ~2030):

  • Holzart und Zertifizierung (FSC, PEFC)
  • Formaldehydemissionsklasse
  • Haltbarkeits- und Strukturtestergebnisse
  • Demontageanleitung zum Recycling
  • Informationen zu Flammschutzmitteln

🏗️ Eisen, Stahl & Aluminium (DPP voraussichtlich ~2029):

  • CO₂-Fußabdruck pro Tonne (Scope 1, 2 und 3)
  • Recyclinganteil in Prozent
  • Herkunft der Rohstoffe
  • CBAM-relevante Daten (Angleichung an CO₂-Grenzausgleichsmechanismus)
  • Legierungszusammensetzung und Güte

Wie Sie Ihre Daten organisieren

Die meisten Hersteller haben bereits 60–80 % der erforderlichen Daten verstreut über verschiedene Abteilungen. Die Herausforderung ist die Konsolidierung:

  1. Erstellen Sie eine DPP-Datenvorlage — eine Tabelle pro Produktkategorie mit allen Pflichtfeldern
  2. Bestimmen Sie Datenverantwortliche — wer in Ihrer Organisation ist für welchen Datenpunkt zuständig?
  3. Identifizieren Sie Lücken — welche Felder sind leer? Welche Daten müssen von Lieferanten gesammelt werden?
  4. Setzen Sie einen Zeitplan — beginnen Sie mit den Produkten mit den frühesten Fristen
  5. Etablieren Sie einen Lieferanten-Daten-Workflow — senden Sie standardisierte Datenanfragen an Ihre Materiallieferanten

💡 Tipp: Streben Sie nicht am ersten Tag Perfektion an. Erstellen Sie Ihren DPP mit den vorhandenen Daten und verbessern Sie ihn iterativ. Ein DPP mit 90 % der Pflichtdaten ist unendlich besser als gar kein DPP — und Plattform-Tools wie OriginPass helfen Ihnen genau zu erkennen, welche Felder noch fehlen.

Schritt 3: DPP-Plattform wählen

Sie brauchen Software, um Ihre Digitalen Produktpässe zu erstellen, zu hosten und zu verwalten. Die ESPR schreibt keine bestimmte Plattform vor, aber die technischen Anforderungen (Artikel 10–12) erfordern effektiv ein System, das:

  • ✅ Strukturierte Produktdaten in maschinenlesbarem Format speichert
  • ✅ Einmalige Produkt-URLs im GS1-Digital-Link-Format für jedes Produkt generiert
  • ✅ DPP-Daten über einen zugänglichen Web-Endpunkt (URL) bereitstellt
  • ✅ Scannbare QR-Codes gemäß ISO/IEC 18004 erzeugt
  • ✅ Mehrere Sprachen unterstützt (der DPP muss in der Sprache des Mitgliedstaats verfügbar sein, in dem das Produkt verkauft wird)
  • ✅ Rollenbasierte Zugriffssteuerung bietet (unterschiedliche Daten für Verbraucher, Behörden, Recycler)
  • ✅ Daten über den gesamten Produktlebenszyklus pflegt (auch nach Produktionsende)

Plattformoptionen

OptionVorteileNachteileGeeignet für
Self-Service-SaaS (z.B. OriginPass)Schnelle Einrichtung, niedrige Kosten, automatische Compliance-UpdatesWeniger AnpassungsmöglichkeitenKMU, Marken mit bis zu 10.000 SKUs
Enterprise-DPP-LösungVollständige Anpassung, ERP-Integration, API-ZugangHohe Kosten, lange ImplementierungGroße Hersteller, 10.000+ SKUs
EigenentwicklungVolle KontrolleExtrem teuer, regulatorisches RisikoNur mit dediziertem Compliance-IT-Team
BranchenkonsortiumGeteilte Kosten, branchenspezifische FunktionenLangsamer Rollout, weniger FlexibilitätBranchenverbände

Worauf Sie bei einer DPP-Plattform achten sollten

  • GS1 Digital Link-Unterstützung — die Plattform sollte URLs im GS1-Digital-Link-Format generieren
  • Abdeckung delegierter Rechtsakte — unterstützt sie die spezifischen Datenanforderungen Ihrer Produktkategorie?
  • Mehrsprachenunterstützung — die Plattform sollte die auf Ihren Zielmärkten erforderlichen Sprachen unterstützen
  • Datenexport/-portabilität — Sie müssen Ihre Daten exportieren können (Vendor Lock-in vermeiden)
  • Verfügbarkeitsgarantie — wenn der DPP-Endpunkt ausfällt, sind Ihre Produkte technisch nicht konform
  • DSGVO-Konformität — die Plattform verarbeitet Produktdaten, die auch Lieferketten-Informationen enthalten können

Schritt 4: Ihren ersten Digitalen Produktpass erstellen

Mit registrierten GTINs, gesammelten Daten und gewählter Plattform — Zeit für Ihren ersten DPP.

Der Prozess (mit einer Self-Service-Plattform)

  1. Melden Sie sich bei Ihrer DPP-Plattform an und erstellen Sie ein neues Produkt
  2. Geben Sie Ihre GTIN ein oder importieren Sie sie — die Plattform verknüpft diese mit einer GS1 Digital Link URL
  3. Füllen Sie die Produktdaten aus — nutzen Sie die kategoriespezifische Vorlage
  4. Laden Sie Nachweisdokumente hoch — Zertifikate, Prüfberichte, Konformitätserklärung
  5. Legen Sie Zugriffsebenen fest — bestimmen Sie, was Verbraucher, Behörden und Recycler sehen
  6. Vorschau des DPP — überprüfen Sie, ob alle Daten korrekt angezeigt werden
  7. Veröffentlichen — der DPP geht unter seiner einmaligen URL live

Der führende Ansatz folgt dem GS1 Digital Link Standard — einem URL-Syntaxstandard, der festlegt, wie Produktidentifikatoren (z. B. GTIN) in einer Internetadresse strukturiert werden sollen. Beim Erstellen eines DPP generiert die Plattform eine eindeutige URL (gemäß GS1 Digital Link Syntax v1.6.0, April 2025), die im QR-Code codiert wird:

https://dpp.example.com/01/05901234123457

Aufschlüsselung:

  • https://dpp.example.com — die Resolver-Domain (Ihre DPP-Plattform)
  • /01/ — GS1 Application Identifier für GTIN
  • 05901234123457 — die GTIN Ihres Produkts (auf 14 Stellen aufgefüllt in der URL)

Für Chargen-DPPs enthält die URL die Losnummer:

https://dpp.example.com/01/05901234123457/10/CHARGE2026-03

Für Einzelstück-DPPs (Batterien) die Seriennummer:

https://dpp.example.com/01/05901234123457/21/SN-2026-04817

Wie es funktioniert: Der QR-Code kodiert immer dieselbe URL. Welche Inhalte der Scannende sieht, entscheidet der Resolver-Server anhand der HTTP-Request-Header — ein Mechanismus namens Content Negotiation. Ein Verbraucher, der mit dem Smartphone scannt, sieht eine menschenlesbare HTML-Passseite. Das automatisierte System einer Behörde, das eine maschinelle Anfrage sendet, erhält strukturierte JSON-LD-Daten. Diese Logik steuert der GS1-Conformant Resolver (Standard v1.2.0, Januar 2026).

⚠️ Hinweis: Die ESPR schreibt GS1 Digital Link nicht namentlich vor. Allerdings wird erwartet, dass die GS1 Digital Link URI-Syntax (v1.6.0, April 2025) und der GS1-Conformant Resolver Standard (v1.2.0, Januar 2026) die Grundlage zukünftiger harmonisierter Normen bilden werden.

Schritt 5: QR-Codes generieren und anbringen

Der QR-Code ist die physische Brücke zwischen Ihrem Produkt und seinem digitalen Pass. ESPR Artikel 11 definiert die Anforderungen an den „Datenträger” — das scannbare Element auf dem Produkt.

Technische Anforderungen an QR-Codes

AnforderungSpezifikationESPR-Bezug
SymbologieQR-Code (ISO/IEC 18004) oder Data Matrix (ISO/IEC 16022)Art. 11(1)
InhaltURL mit eindeutigem Produktidentifikator (GS1-Digital-Link-Syntax)Art. 10 + Art. 11
FehlerkorrekturStufe M (15%) oder höher empfohlenGS1 Best Practice
MindestgrößeMuss aus angemessener Entfernung scannbar sein; mindestens 10×10 mm empfohlenArt. 11(4)
HaltbarkeitMuss während der gesamten erwarteten Produktlebensdauer scannbar bleibenArt. 11(4)
PlatzierungAuf dem Produkt, der Verpackung oder begleitenden UnterlagenArt. 11(3)
MenschenlesbarGTIN muss in menschenlesbarer Form neben dem QR-Code gedruckt seinGS1-Standard

Design-Best-Practices

  1. Kontrast — dunkle Module auf hellem Hintergrund; keine farbigen QR-Codes für Zuverlässigkeit
  2. Ruhezone — mindestens 4 Module weißer Rand um den QR-Code
  3. Testen — scannen Sie den QR-Code mit mindestens 3 verschiedenen Smartphone-Modellen vor dem Druck
  4. Material — für Textilien eingewebte Labels mit QR; für Batterien Lasergravur oder Hochbeständigkeitsdruck
  5. Platzierung — sichtbar ohne Verpackung zu öffnen; neben bestehenden Strichcodes wo möglich

QR in Ihren Etiketten-Workflow integrieren

Die meisten DPP-Plattformen liefern QR-Codes in verschiedenen Formaten:

  • SVG — skalierbarer Vektor für Druckdesign-Software (Adobe Illustrator, Figma)
  • PNG — Rasterformat für Web und Digital (300+ DPI für Druck)
  • PDF — druckfertige Vorlagen für Etikettendrucker
  • ZPL — Zebra Programming Language für industrielle Thermodrucker
  • API — automatisierte QR-Generierung zur Integration mit Ihrem ERP/PLM-System

💡 Tipp: Warten Sie nicht auf eine Verpackungsumgestaltung. Viele Hersteller beginnen mit einer Aufkleber-Phase — QR-Code-Aufkleber, die auf bestehende Verpackungen aufgebracht werden, während ein Neudesign geplant wird. Dies ist ein gültiger Compliance-Ansatz und bringt Sie sofort in Gang.

Schritt 6: Den End-to-End-Ablauf testen

Bevor Sie mit Ihrem DPP live gehen, führen Sie gründliche Tests durch:

Test-Checkliste

TestWas prüfenWerkzeug
QR-Scan-TestQR-Code löst zur korrekten DPP-URL auf3+ Smartphone-Modelle
DatenvollständigkeitAlle Pflichtfelder sind ausgefülltPlattform-Validierung oder ESPR-Checkliste
SprachtestDPP wird korrekt in allen relevanten EU-Sprachen angezeigtManuelle Prüfung
MaschinenlesbarkeitStrukturierte Daten (JSON-LD) sind für Behörden zugänglichSchema-Validierungs-Tool
LadetestDPP-Endpunkt antwortet innerhalb von 3 SekundenBrowser-Entwicklertools
Offline-QRQR-Code scannt korrekt auf gedruckten Etiketten (nicht nur am Bildschirm)Gedrucktes Muster
Resolver-TestGS1 Digital Link Resolver leitet basierend auf User Agent korrekt weiterGS1-Resolver-Testtools

Häufige Fehler vermeiden

  • QR zu klein — gedruckte QR-Codes unter 10 mm scannen oft nicht, besonders auf gekrümmten Oberflächen
  • Dynamische URLs — keine sitzungsspezifischen URLs hardcoden; permanente GS1 Digital Link URLs verwenden
  • Fehlende GTIN — die menschenlesbare GTIN muss neben dem QR-Code sichtbar sein
  • Veraltete Daten — überprüfen Sie, dass der Live-DPP Ihre aktuellsten Produktdaten widerspiegelt
  • Einzelsprache — wenn Sie in Frankreich, Deutschland und Spanien verkaufen, muss Ihr DPP auf Französisch, Deutsch und Spanisch zugänglich sein

Schritt 7: Auf das EU-DPP-Register vorbereiten

ESPR Artikel 12 etabliert ein DPP-Register auf EU-Ebene, aber sein genauer Datenumfang und seine technische Architektur werden von der Kommission noch präzisiert. Die sichere Lesart heute ist, dass das Register mindestens Produktidentifikatoren und weitere Elemente abdecken wird, die später in Durchführungsakten und technischen Spezifikationen definiert werden.

Was das Register erfordern wird

Basierend auf dem ESPR-Text und der technischen Vorbereitung der Kommission sollten Hersteller mindestens Folgendes erwarten:

  • Registrierung des Produktidentifikators und zentraler Metadaten — der endgültige Umfang wird von der Kommission festgelegt
  • Interoperabilitätsanforderungen — Identifikatoren und Datenstrukturen müssen gemeinsamen technischen Schemata folgen
  • Aktualisierungs-Workflows — wesentliche DPP-Änderungen müssen voraussichtlich mit der EU-Infrastruktur synchronisiert werden
  • Zusätzliche technische Regeln — die vollständigen Integrationsanforderungen werden noch veröffentlicht

Was Sie jetzt tun sollten

Während die Register-Infrastruktur aufgebaut wird:

  1. Stellen Sie sicher, dass Ihre DPP-Plattform Register-Integration unterstützt — fragen Sie Ihren Plattformanbieter nach deren Register-Bereitschaft
  2. Verfolgen Sie die Implementierungs-Updates der Kommission — über das Ecodesign-Forum
  3. Pflegen Sie saubere, strukturierte Daten — die Register-Einreichung wird automatisiert, daher müssen Ihre Daten von Tag eins maschinenlesbar sein

Schritt 8: Team schulen und Prozesse etablieren

Der DPP ist kein einmaliges Projekt — er ist eine laufende Compliance-Verpflichtung. Richten Sie jetzt die richtigen Prozesse ein:

Wer braucht Schulung?

RolleWas zu wissen ist
ProduktmanagerWie DPP-Daten ausgefüllt werden, was jedes Feld bedeutet, wo Daten zu beschaffen sind
Qualität/ComplianceESPR-Anforderungen, delegierte Rechtsakt-Spezifika, Audit-Vorbereitung
EinkaufWie DPP-relevante Daten von Lieferanten angefordert werden (Materialien, Zertifikate)
Etiketten-/VerpackungsdesignQR-Code-Platzierung, Größen, Druckspezifikationen
IT/ERPPlattform-Integration, Datensynchronisation, API-Verbindungen
KundenserviceWie der DPP Kunden und B2B-Partnern erklärt wird

Laufende Prozesse etablieren

  1. Neue Produkteinführung → DPP muss erstellt werden, bevor das Produkt auf den EU-Markt gebracht wird
  2. Produktänderung → jede Änderung bei Zusammensetzung, Beschaffung oder Zertifizierung löst ein DPP-Update aus
  3. Jährliche Überprüfung → alle DPPs mindestens einmal jährlich auf Richtigkeit überprüfen
  4. Lieferanten-Onboarding → DPP-Datenanforderungen in Lieferantenverträge und Onboarding-Checklisten aufnehmen
  5. Regulatorisches Monitoring → beauftragen Sie jemanden, delegierte Rechtsakt-Updates und Kommissionspublikationen zu verfolgen

Schritt 9: Auf den gesamten Katalog skalieren

Sobald Ihr erster DPP live und getestet ist, skalieren Sie systematisch:

Priorisierungsstrategie

  1. Beginnen Sie mit Ihren Produkten mit dem höchsten Risiko — früheste Frist, höchstes Volumen oder Produkte, die in den meisten EU-Märkten verkauft werden
  2. Dann Ihre wertvollsten Produkte — Flaggschiff-Produkte, bei denen DPP auch Marketingwert bietet
  3. Dann Long-Tail-SKUs — nutzen Sie Massenimport-/Vorlagenfunktionen Ihrer Plattform für Effizienz
  4. Zuletzt Sonder-/Einzelfertigungsprodukte — diese benötigen möglicherweise Chargen- oder Einzelstück-DPPs

Skalierungstipps

  • CSV/Excel-Massenimport — die meisten Plattformen unterstützen den Import Hunderter Produkte auf einmal
  • ERP-Integration — verbinden Sie Ihr Unternehmenssystem zur automatischen Befüllung von DPP-Feldern
  • Vorlagenprodukte — erstellen Sie einen DPP pro Produktfamilie, klonen und passen Sie pro Variante an
  • Lieferantenportal — laden Sie Lieferanten ein, ihre Daten direkt in Ihre DPP-Plattform einzugeben

Zeitplan: Wann was zu tun ist

Ein realistischer Implementierungszeitplan, abgestimmt auf ESPR-Fristen:

Wenn Ihre Frist ist…DPP-Projekt starten bis…GTINs bereit bis…Erster DPP live bis…
Feb 2027 (Batteriekategorien im Geltungsbereich des Batteriepasses)⚠️ JETZTBereits erledigtQ3 2026
~2028 (Textilien)Q2 2026Q4 2026Q2 2027
~2029 (Eisen/Stahl)Q1 2027Q3 2027Q1 2028
Jan 2030 (Möbel)Q2 2027Q4 2027Q2 2028

🔴 Kritisch: Wenn Ihre Produkte in den Anwendungsbereich des Batteriepasses nach Verordnung (EU) 2023/1542 fallen, schließt sich Ihr Zeitfenster. Unterschätzen Sie nicht die Zeit für GS1-Registrierung (2–4 Wochen), Lieferantendatenerfassung (2–3 Monate) und Etikettenumgestaltung (1–2 Monate). Starten Sie jetzt auf OriginPass — der kostenlose Plan deckt alles ab, was Sie für den Anfang brauchen.

Kostenübersicht

Eine realistische Kostenaufstellung für die DPP-Implementierung:

KostenpunktSpanneAnmerkungen
GS1-Mitgliedschaft + GTINs50–500 €/JahrAbhängig von Land und Unternehmensgröße
DPP-Plattform (SaaS)0–200 €/MonatKostenlose Pläne für kleine Kataloge verfügbar
Etikettenumgestaltung/-druck200–5.000 €Einmalig; abhängig von Anzahl der SKUs
Datenerhebung/LCA500–10.000 €Falls externe Nachhaltigkeitsbewertungen nötig
Mitarbeiterschulung0–2.000 €Intern oder workshop-basiert
Gesamt (typisches KMU)1.000–15.000 €Einmalige Einrichtung + laufende Plattformgebühr

Vergleichen Sie dies mit den potenziellen Strafen bei Nichteinhaltung: Bußgelder ab 10.000 € für mittelschwere Verstöße, Kosten für Produktrücknahme und entgangener Umsatz. DPP-Konformität ist die rationale wirtschaftliche Entscheidung.

Offizielle Quellen

Kurzreferenz: Die 9-Schritte-DPP-Checkliste

SchrittMaßnahmeStatus
1️⃣Bei GS1 registrieren, GTINs erhalten
2️⃣Produktdaten sammeln (Zusammensetzung, Nachhaltigkeit, Lebenszyklus)
3️⃣DPP-Plattform wählen
4️⃣Ersten DPP erstellen
5️⃣QR-Codes generieren und auf Etiketten anbringen
6️⃣End-to-End testen (Scannen → Anzeigen → Verifizieren)
7️⃣Für EU-DPP-Register vorbereiten
8️⃣Team schulen und Prozesse etablieren
9️⃣Auf gesamten Produktkatalog skalieren

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